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Pferde in der Persönlichkeitsentwicklung - Methode mit Tiefgang

„Was haben Pferde mit Führung zu tun?“ - So oder so ähnlich lauten regelmäßig die Fragen auf den Erwartungsabfragen zu unserem Training „Führung und Persönlichkeit“ – einem unserer „Pferdeseminare“. Morgens um 9 bei Seminarbeginn sind die Teilnehmer aufgeregt, das Zuhören fällt ihnen schwer. Die Gedanken kreisen darum, was sie erwartet. Viele Assoziationen und Erinnerungen schießen kreuz und quer.

Ob das Pferd als starker Sportpartner, als rosa Wendy-Plüschfigur oder als majestätischer Feldherrenträger assoziiert wird – selten haben die Teilnehmer heute eigene Alltagserfahrungen mit Pferden. Sie wissen daher nicht, was es bedeutet mit diesen Tieren umzugehen, ihnen zu erklären, was sie tun sollen – sie zu „führen“, mit ihnen zu kommunizieren. Daher ist meist Irritation im Raum: Um was geht es hier denn nun genau?

Ein Ansatz

Pferde sind wie der Mensch soziale Wesen, die im Herdenverband leben. Sie orientieren sich stark aneinander, sortieren ihre Hierarchien, klären und leben Beziehungen zueinander. Dabei leben sie immer im Hier und Jetzt, sind echte und authentische Kommunikationspartner, Meister darin, Körpersprache zu lesen und darauf zu reagieren (spiegeln).

Dieses Prinzip machen wir uns im Training mit Pferden zu Nutze: Jeder Mensch kann mit Pferden kommunizieren. Es braucht keinerlei Vorerfahrung, um sofort in einen Kontakt zu treten, der von Beziehungsbildung über Rollenklärung zur Aufgabenverteilung reicht.

Wie klären bzw. definieren Sie Beziehungen? Ihre Rolle im Arbeitsprozess? Und wie  delegieren Sie Ihre Aufgaben? – Das Training gibt spannende Rückmeldungen.

Eine Erfahrung

Arbeitsbeginn in der Reithalle: Zunächst lassen die Teilnehmer die Situation auf sich wirken, eine große lichtdurchflutete Halle, tiefer Sandboden, der Geruch von Pferden und Heu. Die Pferde necken sich gegenseitig, sind immer in Bewegung. Hufe donnern im Galopp durch die Halle, laut fallen Pferdekörper zum Wälzen in den Sand, manchmal ist ein tiefer Seufzer zu hören.

Dann spitzen die Tiere aufmerksam ihre Ohren, als die Seminargruppe sich ihnen zum ersten Mal nähert. Ihre Konzentration ist voll auf die Teilnehmer gerichtet, die teils forschen Schrittes, teils vorsichtig, teils mit klopfenden Herzen auf sie zugehen. Große Tiere ohne Strick, die eben noch wild herumgetobt haben, … die Sicherheitsregeln werden noch mal wiederholt.

Zaghaften Berührungen folgt erstes erleichtertes Lachen – sanfte Riesen, so groß und doch so freundlich – puh, alles gut. Oder doch nicht? Da kommen zwei Pferde auf einmal, sind sie nicht schon zu nah? Wieso dreht sich das Tier jetzt um? Wo sind die anderen Teilnehmer? Fühl ich mich noch wohl oder habe ich meine Komfortzone schon verlassen?

Und so fangen die Teilnehmer an Kontakt aufzubauen und zu verstehen um was es (auch) geht: Um Emotionen, um die eigenen Emotionen, die hier sehr präsent sind, absolut Bestimmend für das eigene Verhalten.

Eine Methode

Als Trainer nutzen wir die Pferde als Methode. Ähnlich wie bei jedem anderen Lernprojekt werden die Teilnehmer mit unterschiedlichen Situationen konfrontiert, die sie mit ihren persönlichen Ressourcen durchführen bzw. lösen sollen.

Ziel ist dabei immer der Aufbau und die Festigung von sozialen Kompetenzen in der Zusammenarbeit: Selbsterkenntnis, Selbstbewusstsein und Selbststeuerung sind hier wichtige Schlagworte aus der Persönlichkeitsentwicklung. Wahrnehmung, Kommunikation und  Zielorientierung runden das Lernpaket auf der Kompetenzebene ab.

Nur das „Lernmaterial“ ist in diesem Fall besonders: Es lebt! Es lebt und kommuniziert mit uns und es lässt sich als Kommunikationspartner dabei nicht von Aussehen, Kleidung und Statussymbolen beeindrucken.

Noch spannender wird es durch die Vielfalt: So unterschiedlich wie wir Menschen, so unterschiedlich sind auch die Pferde. Ja, es gibt die, die sich von jedem „führen“ lassen. Und es gibt solche, die dich anschauen und fragen: „Was genau möchtest du von mir und bist du wirklich bereit dafür einzustehen?“ Jetzt geht es nicht um Worte, es geht um Standhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Zielorientierung, … um nur einige Eigenschaften zu nennen.

Damit ist ein komplexes Lernprojekt perfekt: Jedes Kompetenzlevel kann bedient werden, man weiß nie so genau, was passiert. Aber wie eine Teilnehmerin mal sehr beeindruckt formulierte: „Hier bekommt ja wirklich jeder genau das, was er braucht.“

Ihre Aufgabe – ein Beispiel

„Führen Sie Ihr Pferd „Wesley“ am Strick durch diesen Parcours“

Fasziniert erleben die Zuschauer wie „Wesley“ in der gleichen Übung einmal gelassen hinterher trottet und einen fast ungläubigen, strahlenden Teilnehmer erzeugt. Nur um dann beim nächsten Teilnehmer irritiert stehen zu bleiben, an den bunten Hütchen schnuppert und das Weitergehen „vergisst“.

Wie kann das sein? Wurde das Pferd ausgetauscht? Was hat seine Arbeitshaltung so deutlich verändert? Liegt das am Führenden? Wie geht der Teilnehmer damit um? Wie klärt er/sie die Rollen? Wie sichert er/sie die Beziehung, wie das Ergebnis, das Ziel? Kurz: Welche Ressourcen helfen, welche Blockaden hindern uns?

Für Martina (Name wurde geändert) ist die Sache klar: „Der hat jetzt keine Lust mehr!“ Ob sie dagegen etwas tun könne? „Nein, sie wüsste nicht wie.“ Was meinen die anderen?

Von außen war das sehr deutlich: Unsicheres Vorgehen, häufige Blicke zurück, die deutlich machten, dass Martina nicht daran glaubt, dass Wesley ihr folgen wird. Wesley stockte, Martina stockte ebenfalls. Schnell bekommt sie Feedback, Hinweise, wie sie es erneut probieren kann. Sie nimmt sich zusammen, strafft die Haltung und geht entschlossen los.

Ja, reflektiert sie im anschließenden Feedback, das kenne sie auch aus dem (Arbeits-)Alltag, dass sie viel zu schnell Zweifel daran habe, dass man ihr folge, dass sie eine Situation verändern kann. Was sie dadurch erst auslöst – das sei ihr nicht bewusst gewesen.

Ein Fazit

Die Arbeit mit Pferden im Trainingskontext gehört für uns zu den persönlichkeitsfördernden Ansätzen des lebendigen Lernens.

Dabei ist es uns wichtig, den Teilnehmern einen geschützten Rahmen für diese Arbeit zu bieten. Das bedeutet zum einen natürlich die physische Sicherheit im Umgang mit den Pferden. Wir garantieren eine sorgfältige Auswahl: Nur charakterlich und vom Umgang her einwandfreie Tiere kommen ins Training.

Genauso wichtig ist dabei auch, dass Sie von einem erfahrenen Management- und Persönlichkeitstrainer in der Arbeit begleitet werden, damit die aufkommenden Themen wertschätzend und förderlich bearbeitet werden können. Uns geht es um Entwicklung: Immer von da wo sie gerade stehen einen Schritt weiter.

Das Feedback der Teilnehmer ist eindeutig: Kein Training erreicht dieses Ziel so sicher und so nachhaltig, wie dieses Lernprojekt mit dem Trainingspartner Pferd.

Und am Ende ging es zwar nicht ums Pferd, aber ohne ein Selfie mit seinem Lieblingspferd ist noch keiner nach Hause gegangen.


 

ProKomm ist Mitglied in der European Association for Horse Assisted Education, kurz EAHAE, dem Dachverband für pferdegestütztes Training.


Horse-Coaching inklusive

Die Methode "Pferd" bieten wir in unserem offenen Seminarprogramm in folgenden Trainings und Ausbildungen an:

Teilnehmerstimmen

Kompetentes und freundliches Team, welches ein angenehmes Klima geschaffen hat, wodurch die Lernfreude gesteigert wurde.

Dirk Rohmann, Vogelsang GmbH & Co. KG

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Rund um Ihr offenes Seminar berät Susanne Kirchner Sie gern:
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